TenneT und Siemens Energy finalisieren 525-kV-DC-Transformator- und GIS-Architektur für 2-GW-Nordsee-Plattformen

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und Siemens Energy haben das standardisierte elektrotechnische Design für die 2-GW-Netzanbindungssysteme LanWin und BalW...

TenneT und Siemens Energy finalisieren 525-kV-DC-Transformator- und GIS-Architektur für 2-GW-Nordsee-Plattformen

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und Siemens Energy haben das standardisierte elektrotechnische Design für die 2-GW-Netzanbindungssysteme LanWin und BalWin eingefroren. Das Konzept umfasst einphasige 525-kV-DC-Stromrichtertransformatoren und fluorinitrilbasierte SF6-freie gasisolierte Schaltanlagen (GIS).

Standardisierte 2-GW-HGÜ-Übertragungstechnologie

Das 2-GW-Programm von TenneT in der deutschen Nordsee setzt neue Maßstäbe für die Offshore-Netzanbindung und löst die bisherigen 900-MW- und 1,4-GW-Klassen ab. Durch die Anhebung der Übertragungsspannung auf ±525 kV DC wird die Übertragungskapazität verdoppelt und Leitungsverluste werden um über 30 Prozent gesenkt.

Die in Cádiz bei Dragados Offshore im Bau befindlichen Konverterplattformen erhalten jeweils sechs einphasige Stromrichtertransformatoren (plus ein Heißreserve-Aggregat) mit einer Einheitsleistung von 370 MVA zur direkten Einspeisung in die modularen Multilevel-Umrichter (MMC).

Fluorinitril-Schaltanlagen und vibrationsgeschützte Transformatorkonstruktion

Gewicht und Umweltverträglichkeit sind entscheidende Faktoren für Offshore-Bauwerke. Die 525-kV-Schaltanlagen basieren auf der Clean-Air- und Fluorinitril-Technologie von Siemens Energy, wodurch Schwefelhexafluorid (SF6) vollständig vermieden und das Treibhauspotenzial um 99,9 % gesenkt wird.

Spezielle Kernverspannungen und schwingungsdämpfende Elastomerlager schützen die Transformatoren vor den dynamischen Belastungen des Seegangs und halten Unterwasser-Schallgrenzwerte strikt ein.

Netzintegration an den Festlandsknotenpunkten

Die landseitigen Konverterstationen binden den Offshore-Strom direkt in das deutsche 400-kV-Höchstspannungsnetz ein. Phasenschieber und Synchrondrehkondensatoren stellen in Kombination mit den Transformatoren die erforderliche Kurzschlussleistung und Momentanreserve für Norddeutschland bereit.

Mit dem Designabschluss beginnen planmäßig die Werksprüfungen (FAT) der Hauptwicklungen und Durchführungen Anfang 2027.