Lieferzeiten für Leistungstransformatoren steigen weltweit auf über 130 Wochen

Lieferkettenengpässe bei kornorientiertem Elektroblech (GOES) und Rekord-Netzanschlussbegehren verschieben Auslieferungstermine für Hochspannungstransformato...

Lieferzeiten für Leistungstransformatoren steigen weltweit auf über 130 Wochen

Lieferkettenengpässe bei kornorientiertem Elektroblech (GOES) und Rekord-Netzanschlussbegehren verschieben Auslieferungstermine für Hochspannungstransformatoren bis Ende 2028.

Historische Verzögerungen bei Übertragungsnetzbetreibern

Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) weltweit verzeichnen Rekordlieferzeiten bei Großtransformatoren ab 230 kV. Beschaffungszyklen haben sich von ehemals 40 bis 52 Wochen auf durchschnittlich 115 bis 140 Wochen verlängert.

Hauptgründe sind der massive Ausbau von Multi-Gigawatt-Erneuerbare-Energien-Parks, energieintensive Rechenzentren für künstliche Intelligenz und der turnusmäßige Austausch überalterter Netzbetriebsmittel.

Rohstoffmangel bei kornorientiertem Elektroblech (GOES)

Im Zentrum der Lieferkrise steht die begrenzte Weltmarktproduktion von hochpermeablem Elektroblech und Trafopressspan. Diese Spezialwerkstoffe sind unverzichtbar, um die strengen europäischen Ökodesign-Vorgaben für Leerlaufverluste zu erfüllen.

Transformatorenwerke produzieren an der Kapazitätsgrenze; Fertigungsslots bis in das Jahr 2028 hinein sind bereits vertraglich an führende Versorger und EPC-Generalunternehmer vergeben.

Lösungsansätze: Standardisierung und vorausschauende Instandhaltung

Betreiber setzen zunehmend auf modulare, standardisierte Trafodesigns anstelle kundenspezifischer Sonderanfertigungen, um als universelle Reservetransformatoren flexibel einsetzbar zu sein.

Zusätzlich verlängern Betreiber die Restlebensdauer vorhandener Einheiten durch modernste Online-DGA-Monitoring-Systeme und digitale Zwillinge.