RTE und Amprion nehmen grenzüberschreitendes dynamisches Netzstabilitätssystem in Betrieb

Die Übertragungsnetzbetreiber RTE (Frankreich) und Amprion (Deutschland) haben ein synchronisiertes Weitbereichs-Überwachungs- und Regelsystem an den 400-kV-...

RTE und Amprion nehmen grenzüberschreitendes dynamisches Netzstabilitätssystem in Betrieb

Die Übertragungsnetzbetreiber RTE (Frankreich) und Amprion (Deutschland) haben ein synchronisiertes Weitbereichs-Überwachungs- und Regelsystem an den 400-kV-Grenzkuppelstellen in Betrieb genommen, um Phasenschiebertransformatoren zur Kapazitätssteigerung automatisiert zu steuern.

Kapazitätsgewinn durch dynamische Zeigerkoordination

Gleichzeitige Einspeisespitzen erneuerbarer Energien in Deutschland und Stromaustausche mit Frankreich führten in der Vergangenheit zu Ringflüssen auf den 400-kV-Kuppelleitungen. Ein neues Wide Area Monitoring System (WAMS) analysiert Phasor-Measurement-Unit-Daten (PMU) in Echtzeit.

An den Grenzstationen Vigy, Muhlbach und Ensdorf werden thermische Belastungsgrenzen (Dynamic Line Rating) und Phasenwinkel sekundengenau ermittelt.

Automatisierte Steuerung von 400-kV-Querregeltransformatoren (PST)

Kernstück ist die koordinierte Regelung von 400-kV-Phasenschiebertransformatoren. Statt starrer Schaltwinkel berechnet das System kontinuierlich den optimalen Phasenverschiebungswinkel zur Entlastung kritischer Leitungsstränge.

Ausgestattet mit schnellen Vakuum-Laststufenschaltern und IEC-61850-90-5-Teleprotection-Schnittstellen reagieren die Transformatoren verzögerungsfrei auf Lastschwankungen.