PJM führt verbindliche Ride-Through-Standards für Umspannwerke von KI-Rechenzentren ab 50 MW ein

PJM Interconnection hat verbindliche Netzanschlussregeln erlassen, die für Hyperscale-Rechenzentren ab 50 MW erweiterte Durchfahreigenschaften (Ride-Through)...

PJM führt verbindliche Ride-Through-Standards für Umspannwerke von KI-Rechenzentren ab 50 MW ein

PJM Interconnection hat verbindliche Netzanschlussregeln erlassen, die für Hyperscale-Rechenzentren ab 50 MW erweiterte Durchfahreigenschaften (Ride-Through), strenge Transformator-Kurzschlussspannungen und harmonische Filter vorschreiben, um kaskadierende Lastabwürfe im Übertragungsnetz zu verhindern.

Schutz vor abrupten Multi-Gigawatt-Lastabwürfen

In Nord-Virginia und benachbarten US-Bundesstaaten wachsen KI-Rechenzentren auf mehrere hundert Megawatt an. PJM identifizierte ein kritisches Ausfallrisiko: Bei Spannungseinbrüchen trennten herkömmliche USV-Anlagen binnen 100 ms bis zu 800 MW Last ab, was gefährliche Überfrequenzen im 500-kV-Verbundnetz auslöste.

Die neuen Kriterien verpflichten Großverbraucher ab September 2026, dreipolige Kurzschlüsse bis zu 150 ms ohne Netztrennung zu durchfahren (Fault Ride-Through).

Transformator-Impedanz und Oberschwingungsfilterung

Die kundeneigenen 500/34,5-kV- oder 230/34,5-kV-Transformatoren müssen Kurzschlussimpedanzen zwischen 12 % und 15 % aufweisen, um Einschaltströme bei automatischen Wiedereinschaltungen zu begrenzen.

Zudem müssen auf der 34,5-kV-Ebene aktive Oberschwingungsfilter installiert werden, um Netzrückwirkungen der unzähligen Server-Schaltnetzteile zu dämpfen.

PMU-Echtzeittelemetrie und STATCOM-Kompensation

Zur Netzüberwachung müssen 60-Hz-PMU-Messdaten direkt an PJM übertragen werden. In kurzschlussschwachen Netzknoten sind schnelle STATCOM-Anlagen zur dynamischen Spannungshaltung Pflicht.

PJM schützt damit das Verbundnetz vor Störungen durch den rasanten Anstieg des Rechenzentrumsbedarfs bis 2030.