Nordische Übertragungsnetzbetreiber nehmen Synchrondrehkondensatoren zur Stützung der 400-kV-Netzträgheit in Betrieb

Statnett (Norwegen) und Svenska kraftnät (Schweden) haben große Synchrondrehkondensatoren samt 400-kV-Maschinentransformatoren in Südskandinavien in Betrieb ...

Nordische Übertragungsnetzbetreiber nehmen Synchrondrehkondensatoren zur Stützung der 400-kV-Netzträgheit in Betrieb

Statnett (Norwegen) und Svenska kraftnät (Schweden) haben große Synchrondrehkondensatoren samt 400-kV-Maschinentransformatoren in Südskandinavien in Betrieb genommen, um den Rückgang der rotierenden Trägheit infolge des Windkraftausbaus auszugleichen.

Schwungmassen-Defizit im nordischen Verbundnetz

Das nordische Verbundnetz (Norwegen, Schweden, Finnland, Ost-Dänemark) verzeichnet durch den Zubau von Windparks und HGÜ-Seekabeln einen signifikanten Rückgang rotierender Generatormassen. In Schwachlastphasen sank die kinetische Netzenergie wiederholt unter den kritischen Schwellenwert von 120 GWs.

Um die Frequenzstabilität bei plötzlichen Leitungs- oder Kraftwerksausfällen zu wahren, setzen Statnett und Svenska kraftnät auf rotierende Phasenschieber.

Robuste 400-kV-Transformatoren und dynamische Blindleistung

Die Anlagen an den Knotenpunkten Hasle und in Südschweden sind über 400/18-kV-Transformatoren (250 MVA) an das Übertragungsnetz angebunden. Aufgrund extremer Kurzschluss- und Drehmomentbeanspruchungen verfügen die Transformatoren über versteifte Wicklungen und umweltfreundliche Esterisolierung.

Die rotierenden Massen stellen unverzögert Trägheit bereit und regeln die Blindleistung dynamisch im Bereich von +250 bis -150 Mvar.

Vorbild für den europäischen Netzwandel

Durch die Einhaltung der RoCoF-Grenzwerte von ±0,5 Hz/s entfällt die Notwendigkeit, Windparks bei geringer Stromnachfrage zwangsweise abzuregeln.

Das Vorhaben belegt die unverzichtbare Rolle rotierender Phasenschieber beim Ausstieg aus fossilen Großkraftwerken.